Mit Öko-Auflademethode nach Marokko

Die 16-jährige Schülerin des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums überzeugte die Jury. Foto: p

Vaihinger Kreiszeitung vom 25. Juni 2018 

 

 

Lara Lorenz aus Riet belegt Platz 6 – Erfindung der Schülerin des Lichtenstern-Gymnasiums erzeugt beim Gehen Strom

 

 

Geballter Gründergeist strömte durch die Luft, quirliges Leben herrschte an den Messeständen der Zukunftsgründer im Porsche Ausbildungszentrum in Stuttgart. Dort fand am Mittwoch das „Jugend gründet“ Bundesfinale 2018 statt. Lara Lorenz, Schülerin vom Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim, erreichte Platz 6.

 

Riet/Sachsenheim (p). Zudem wurde die Schülerin aus Riet mit dem erstmals von Klingel ausgelobten Sonderpreis „Innovation in Textil“ ausgezeichnet. Der Sonderpreis wurde als Anerkennung für eine innovative Geschäftsidee im Textilbereich, die im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend gründet“ entwickelt wurde, vergeben.

 

Die Sachsenheimer Schülerin stellte ihre Geschäftsidee Premerem vor, die Neukreation einer Kleidermarke mit innovativem Stoffgewebe zur stylischen Stromversorgung. Das im Stoffgewebe eingewobene spezielle Material erzeugt durch Druck Strom und speichert diesen in der Kleidung. Die Schülerin sieht ihre Geschäftsidee als eine neue ökologische Auflademethode, mit der man auch Wasser und Strom sparen kann.

 

Mit dem Sonderpreis Innovation in Textil lädt das Pforzheimer Unternehmen Klingel Lara Lorenz ein, die Chefeinkäuferin des Modeversandhändlers nach Marokko zu begleiten, in das Land, das sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zu einem wichtigen Exportstandort für die heimische Modeindustrie entwickelt hat. „Die Wahl für unseren Sonderpreis ist auf Lara Lorenz gefallen, weil sie die mit Abstand innovativste und visionärste Idee für ein Produkt eingereicht hat, das es so bisher nicht annähernd auf dem Markt gibt“, erklärte Anja Bauer, die Einkaufsleiterin für die Klingel DOB bei ihrer Laudatio zur Sonderpreisübergabe im Rahmen der feierlichen Siegerehrung.

 

Das „Jugend gründet“ Bundesfinale wurde im Porsche Ausbildungszentrum in Stuttgart als Zukunftsgründermesse ausgetragen. Dort hatten zehn Finalisten-Teams, 37 Schüler, die Aufgabe einen Messestand zu gestalten und die Jurymitglieder, die als potenzielle Investoren auftraten, von sich und ihren Geschäftsideen zu überzeugen. Nach Stuttgart begleitet und während des Wettbewerbs betreut wurde Lara Lorenz von ihrem Lehrer Timo Schuh.

 

Die „Jugend gründet“ Jury zeigte sich besonders beeindruckt, mit wie viel Engagement und Professionalität die erst 16-jährige Schülerin ihre Geschäftsidee entwickelt hat. Zur Messe hatte sie einen funktionsfähigen Prototypen in Form einer Barfußsohle mitgebracht und vom Kontakten zu einem Textilhersteller berichtet. „Bewundernswert, dass sie das alles alleine auf die Beine gestellt hat,“ konstatierte die Jury.

 

Platz 1 beim Bundesfinale erreichten punktgleich Alexander Bayer aus Wasseralfingen mit seinem Blindbot, einem Assistenzroboter, der Blindenhund und Blindenstock gleichermaßen ersetzen kann und das Team Kama Home GmbH: Magdalena Fleischmann und Katharina Port vom Albertus-Magnus Gymnasium Stuttgart mit ihrer Geschäftsidee für ein bewegliches Gardinenschienensystem, das Haushalts- und Arbeitsunfällen durch den Sturz von einer Leiter vorbeugen kann. Der Siegerpreis ist eine Einladung zu einer geführten Reise zu spannenden Start-up und weltbekannten Unternehmen im Silicon Valley in den USA mit touristischem Rahmenprogramm in Kalifornien.

 

Beim Finale in Stuttgart mit dabei waren sechs Teams aus Baden-Württemberg (Wasseralfingen, Bruchsal, Stuttgart, Sachsenheim und zwei aus Achern), drei aus Hessen sowie eines aus Schleswig-Holstein. Insgesamt wurden im Wettbewerbsjahr 2017/2018 718 Businesspläne eingereicht und von „Jugend gründet“ individuell bewertet und kommentiert. Der Businessplan der Sachsenheimer Schülerin gehörte zu den besten. Durch diesen Grundstein und ihre erfolgreiche Teilnahme am Planspiel hat sie sich für das Bundesfinale qualifiziert. Insgesamt hatten sich 4168 Schüler und Auszubildende am Wettbewerb beteiligt.

 

Der bundesweite Online-Wettbewerb „Jugend gründet“ wird seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und steht auf der Liste der von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerbe. Für Konzeption und Umsetzung des Wettbewerbs ist das Pforzheimer Steinbeis-Innovationszentrum verantwortlich.

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