Der nicht normale Regelbetrieb startet

Einschulung am Lichtenstern-Gymnasium - die Schüler der klasse 5c lernen einander im Spiel kennen. Die Kennenlerntage in Strümpfelbrunn müssen ausfallen.
Die Bücherstapel sind abgearbeitet und auch die letzte Klasse wird mit den von den Fachschaften ausgewählten Schulbüchern ausgestattet.

Den Fünfern am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim Mut und Zuversicht geben. Das klassische Schulbuch lebt. Schulgottesdienst in jedem Klassenzimmer. Schulleiter: tägliche Herausforderung.

 

Sachsenheim (hd). Die ersten Schultage am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim nach den Sommerferien im sogenannten „Regelbetrieb“ sind um und doch war alles ganz anders und auf keinen Fall normal, wie die Schulleitung berichtet. Die Einschulung der neuen Fünftklässler und der Elftklässlerinnen im Aufbaugymnasium fand bereits montags statt. Von der sechsten Klasse bis zur Kursstufe hatten die etablierten Lichtensterne noch einen zusätzlichen freien Tag. Schulleiter Reinhart Gronbach war seiner Elternschaft für dieses Entgegenkommen dankbar, denn so konnte man den Neuen am LGS einen Rahmen für die Einschulung schaffen, der dem Anlass angemessen war und unter Einhaltung der vorgegebenen Hygienemaßnahmen eine würdige Feier für den Start in den neuen Schulabschnitt am Lichtenstern-Gymnasium bot. Per Videoübertragung erlebten die neuen Fünftklässler den Einschulungsgottesdienst im Haus der Musik (Klasse 5b) und im Forum Lechler (Klasse 5c). Lediglich die neue 5a samt Eltern hatte im Schulfoyer Platz gefunden und war vor Ort dabei, als die Sechstklässler mit ihren Gedanken und in ihren Fürbitten den Fünfern Mut und Zuversicht für den Start an ihrer neuen Schule zusprachen.

 

Ein praktisches Begrüßungspräsent in Form einer Aufbewahrungsbox für jeden Schüler gab es zur Einschulung vom Förderverein. Bereits mit Namen und Klasse beklebt können dort Wasserfarbkästen, Pinsel oder Stifte aufbewahrt werden. Während die Fünftklässler dann mit ihren Lehrern im jeweiligen Klassenzimmer verschwanden, erhielten die Eltern Informationen über den Schulbesuch ihrer Kinder, Klassen- und Elternpaarweise mit Abstand platziert.

 

„Vollständiger Vollzug der Schulbuchausgabe“ – Lehrerin Stephanie Peters war freitags sichtlich froh, dass die Schulbuchausgabe reibungslos über die Bühne ging und alle Schüler ausgestattet waren. Mit Abstand und Maske hatte sie mit ihrem Team alles vorbereitet und innerhalb von zwei Tagen waren die unzähligen und meterhohen Bücherstapel geschrumpft und bis auf wenige Reserveexemplare ausgegeben. Der Ausgabemarathon hatte eines deutlich gemacht, das Buch ist trotz Digitalisierung immer noch eines der wichtigsten Lernmedien. Hier müssen die Verlage noch nachlegen, wenn Schulbücher platz- und gewichtssparend auf dem Tablet gespeichert und zukünftig virtuelle Übungen und Anwendungen bearbeitet werden sollen.

 

Lediglich die Jahrgangsstufe eins war im weiten Schulfoyer beisammen, als die zweite Schulwoche am evangelischen Lichtenstern-Gymnasium mit einem digitalen Live-Schülergottesdienst begann. Das Bläserensemble spielte unter der mächtigen Rotbuche und per Webcam übertrug das Technikteam in alle Klassenzimmer und ins Foyer. Lieder wurden eingespielt und ein Kursensemble begleitete das Gesangsduo Lilli Haußmann und Ben Burkhardt aus dem Abiturjahrgang.

 

„Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein“ – den göttlichen Zuspruch an Abraham aus 1. Mose 2, 12 hatten Schülerinnen des Religionsleistungskurses bearbeitet, interpretiert und ausgelegt und ihren Mitschülern Mut für ein Schuljahr in unsicheren Zeiten mit auf den Weg gegeben. Zuspruch und Anspruch sollten allen Lichtensternschülern vor Augen führen, dass sie ihre Gaben für eine gelingende Schulgemeinschaft einsetzten und sich alle ihrer je eigenen Verantwortung im täglichen Miteinander bewusst seien.

 

In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Eltern die Herausforderungen von Schule in Corona-Zeiten meistern werden. Eine erste warme Schulwoche mit Masken, wem möglich auch im Unterricht, liegt hinter den Lichtensternschülern. Es bleibt zu hoffen, dass die eingeleiteten Hygienemaßnahmen greifen und keine Klassen oder gar Jahrgänge in den Fernunterricht geschickt werden müssen, heißt es in der Mitteilung der Schule. „Schule in Corona-Zeiten ist eine tägliche Herausforderung, für die es lohnt seinen ganz persönlichen Einsatz zu bringen und sich und sein Verhalten in den Dienst für die Gemeinschaft zu stellen“, so Schulleiter Reinhart Gronbach, der die kommenden Wochen am Lichtenstern-Gymnasium mit Vorsicht, Umsicht, aber auch dem angemessenen Nachdruck gestalten und bei Bedarf flexibel reagieren will.

 

in: Vaihinger Kreiszeitung vom 24. September 2020

 

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