Klimaschutz vom Kleinen bis ins Große

Zum Abschluss des Klimaforums pflanzten Schüler, Lehrer und Funktionäre einen Tulpenbaum im Garten das Lichtenstern-Gymnasiums. © Foto: Mathias Schmid

Mathias Schmid in: Bietigheimer Zeitung vom 13. April 2018

 

 

Die vier evangelischen Schulen unter dem Dach der Schulstiftung der evangelischen Landeskirche wollen den Klimaschutz anpacken. Dazu wird seit August unter professioneller Anleitung an einem Konzept gearbeitet. Jetzt fand im Lichtenstern-Gymnasium (LGS) in Großsachsenheim die Abschlussveranstaltung statt. Doch die soll erst der Anfang sein.

Im Forum des Sachsenheimer Gymnasiums stehen und sitzen verschiedene Gruppen in den Räumen und Ecken. Jan Karwatzki vom Öko-Zentrum NRW, einem der Partner der Aktion, zeigt Schülern verschiedene Messgeräte. Am meisten interessieren sich die für ein CO2-Messgerät. So auch der 12-jährige Jochen Stein vom LGS. „Das war sehr spannend zu hören, dass mit zu viel CO2 in der Luft die Konzentration nachlässt. Ich habe bei Klassenarbeiten oft gemerkt, dass meine Konzentration nachlässt. Jetzt weiß ich, dass ich in Zukunft das Fenster aufmachen muss.“ 

Mit Klimaschutz direkt hat das zwar nichts zu tun, das Luxmeter, das der Architekt ebenfalls vorstellt schon deutlich mehr. „Wenn man feststellt, dass es im Klassenzimmer zu hell ist, kann man das Licht ausschalten oder einzelne Lampen herausdrehen“, lautete das Fazit von Experte und Schülern.

Hohe Intensität

Daniel Wágner, kaufmännischer Leiter der Schulstiftung ist begeistert von dem Projekt. „Mit so einer Intensität und so kleinteilig alles zu dokumentieren, bringt uns einen großen Schritt weiter“, sagt er, „jeder Schulstandort kann viel mitnehmen.“ Denn mit den Zielen der Abschlussveranstaltung geht die Arbeit für den Klimaschutz erst so richtig los. Martin Sailer von BAUM Consult, ebenfalls Projektpartner, betont: „Das ist ein eher mittel- und langfristiges Projekt. Wichtig ist, dass sich die Struktur etabliert, sodass man in einigen Jahren Maßnahmen auf den Weg bringen kann.“ Eine wichtige Rolle spielten dabei ein „Kümmerer“. Deshalb hat sich die evangelische Schulstiftung entscheiden, einen gemeinsamen Klimaschutzmanager für ihre Schulen in Sachsenheim, Michelbach, Mössingen und Kusterdingen einzustellen. Sailer betont aber: Auch Eltern, Lehrer und Schüler müssten sich einbringen und qualifizieren: „Damit steht und fällt das Ganze.“

Deshalb sei auch der ganze Prozess sehr partizipativ angelegt gewesen. Zwei interne Klimaschutzwerkstätten hatte es an jeder Schulen bereits gegeben, bei denen Daten erhoben und Maßnahmen entwickelt wurden. „Die Beteiligten sollen die Maßnahmen als ihre Maßnahmen empfinden“, erklärt Sailer. Konkret ging es um Energie sparen, Ressourcen schonen und umweltfreundliche Mobilität. Zirka 100 Ideen waren entstanden, die nun unter anderem auf der Abschlussveranstaltung bewertet wurden.

Besonders gut kamen ein Windenergie Projekt an, bei dem sich die Schüler durch das Basteln von Windrädern intensiv mit dem Thema beschäftigen sollen. Außerdem gefiel es den Jugendlichen, dass die Lehrer um den Titel des Papierspar-Champions kämpfen sollen. Außerdem sprachen sich viele für weniger Fleisch in der Mensa aus.

Spannend für den Rektor des LGS, Reinhart Gronbach, ist nun: „Wie kann ich das in den Unterricht integrieren. Denn wenn es nachhaltig sein soll, muss es auch im Unterricht vorkommen. Stiftungs-Geschäftsführer Wágner meint dazu: „Wir müssen Brücken zwischen allen Beteiligten schlagen: Alle denken an alle.“ So könne beispielsweise der Hausmeister auf den Physiklehrer zugehen und sagen: Wir haben da etwas, an dem Sie einen Vorgang ganz praktisch zeigen können.

Für Sechstklässler Jochen Stein und Mitschüler Ferdinand Horn (ebenfalls 12) war es eine tolle Erfahrung. „Wir haben sehr viel gelernt“, sagt Horn. Die beiden haben sich unter anderem für die Müllreduzierung eingesetzt. „Zum Beispiel bekommt beim Bäcker jeder seine eigene Tüte für sein Brötchen und wirft sie ein paar Meter weiter weg. Das muss eigentlich nicht sein“, sagt Horn.

Die Schulen sollen sich zudem in einer gemeinsamen Verpflichtung für den Einsatz für den Klimaschutz dem gemeinsamen Ziel bekennen. Mittel und langfristig soll auch bei größeren Projekte wie Sanierung verstärkt an den Klimaschutz gedacht werden.

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