10.10.2019

Hohes Maß an Empathie für Notsituationen

Herz-Lungen-Wiederbelebung geht ganz schön an die Substanz. Um dafür ein Gefühl zu bekommen, durften bereits die jüngsten Lichtensternschüler unter der Anleitung von Lara Lorenz (links) an den Erste-Hilfe-Puppen üben. p

aus: Vaihinger Kreiszeitung vom 8. Oktober 2019

 

Stabile Seitenlage, Druckverband, Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Krankentransporttechniken – wesentliche Erste-Hilfe-Kenntnisse kann man nicht früh genug vermitteln. So dachten sich das die angehenden Abiturientinnen Lara Lorenz und Anna Sülzle und hatten Schulleiter Reinhart Gronbach schnell von der Notwendigkeit eines Erste-Hilfe-Parcours für ihre Mitschüler überzeugt. Letztlich waren an drei Schultagen 13 Schüler aus den Reihen der Schulsanitäter des Lichternstern-Gymnasiums Sachsenheim (LGS) im Einsatz und übten an den verschiedenen Lernstationen mit den Schülern der Klassen fünf bis zehn.

Gemeinsam mit Lehrer Edgar Rodens, der die Schulsanitäter am Lichtenstern-Gymnasium in einer eigenen Neigungsgruppe betreut, wurde geplant. Jede Klasse sollte die verschiedenen Lernstationen in einer Schulstunde kennenlernen und die Maßnahmen einüben können. Übungsmaterial wurde ausgeliehen und so konnte es dann losgehen.

Von den Lichtenstern-Schülern wurde das Angebot mit großer Begeisterung aufgenommen. Gerade die Jüngsten, die erstmals mit Erste-Hilfe-Maßnahmen in Berührung kamen, folgten den Anweisungen ihrer älteren Mitschüler mit großer Aufmerksamkeit. Lara Lorenz und Anna Sülzle werten dies als Indiz dafür, dass unter den Schülern der Unterstufe ein hohes Maß an Empathie für die Notsituation, in der sich andere Menschen befinden können, vorhanden ist. „Das lässt in der Mittelstufe etwas nach, aber wir sind trotzdem überzeugt, dass es allen gut tut, gerade die regelmäßige Wiederholung“, so Lara Lorenz. Sie und ihr Schulsaniteam wollen erreichen, dass die LGS-Schüler nicht die Flucht ergreifen, sondern initiativ werden, wenn Menschen in Not geraten. Der Lernparcours ist daher auch ein Mittel, die Achtsamkeit gegenüber dem Wohlbefinden von Mitschülern und Mitbürgern zu erhöhen und Ängste abzubauen.

Schulsanikoordinator Edgar Rodens und Schulleiter Reinhart Gronbach sind von ihrem Schulsaniteam, begeistert. Mit viel Umsicht und einem hohen Maß an Ersthelferkompetenz konnte über drei Schultage hinweg wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dabei war bemerkenswert, mit welcher fachlichen Kompetenz die Schulsanitäter ihre Mitschüler anleiteten – eine Kompetenz, die sie sich in regelmäßigen Schulungen beim Roten Kreuz oder im Rahmen der DLRG-Arbeit erworben haben.

Doch was passiert, wenn die erfahrenen Schulsanis die Schule mit dem Abitur in der Tasche verlassen? Auch dazu dienen die Erste-Hilfe-Tage. Edgar Rodens hofft, dass durch die Aktion jüngere Schüler Lust auf die Mitarbeit bei den Schulsanis bekommen und sich der Neigungsgruppe anschließen, so wie Alea, Estefania und Alina aus der 8b. Sie sind schon voll eingestiegen und konnten so die etablierten Schulsanitäter tatkräftig unterstützen.

Wiederholung tut gut – deshalb werden die Aktionstage Erste-Hilfe am LGS sicher nicht die letzten sein und Eingang in das außerunterrichtliche Lerncurriculum der „Schule im Park“ finden.

Neben einigen städtischen Einrichtungen hat mit Unterstützung des Schulfördervereins auch das Lichtenstern-Gymnasium einen öffentlich zugänglichen Defibrillator. Dieser befindet sich am Osteingang der Schule gegenüber dem Eingang zur Turnhalle.


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