Trotz Schnelltests ist weiter Vorsicht geboten

Mehr als 170 Schnelltests wurden am ersten Schultag abgenommen – alle negativ.
Fotos Lichtenstern-Gymnasium.

in: Vaihinger Kreiszeitung vom 19.03.2021

 

Am Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasium kehren die Fünft- und Sechstklässler in den Präsenzunterricht zurück.

 

Sachsenheim. Darauf haben sie lange gewartet am evangelischen Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim und ebenso an allen anderen weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg: Die Klassen 5 und 6 durften nach drei Monaten Fernunterricht endlich wieder ihr „Lichti“ besuchen. Dort hatte man sich auf diesen Tag intensiv vorbereitet, damit man gleich richtig loslegen konnte. Klasseneinteilungen wurden ausgetüftelt und Aushänge vorbereitet, damit am Montag jeder Schüler genau wusste, wo für ihn der Präsenzunterricht losging.

 

In zwei nebeneinanderliegenden Klassenzimmern werden die „Lichtensterne“ unterrichtet. Die eine Hälfte in Präsenz des Fachlehrers, die andere Hälfte nebenan per Livestream, Webcam und Speakerphone. Technisch müsste es möglich sein, dass so eine Unterrichtsbeteiligung auch aus dem Klassenzimmer nebenan möglich ist. „Die Erfahrung wird zeigen, ob unser Modell funktioniert“, so Schulleiter Reinhart Gronbach. „Letztlich ist es eine dreidimensionale Herausforderung.“ Der Grund: „Zu Präsenz und Videounterricht in den Klassenzimmern muss man unter Umständen auch noch Fernunterricht leisten, denn ein geringer Schüleranteil verfolgt den Unterricht von zu Hause aus. Außerdem kann so auch der Unterricht für die Klassen 7 bis 11 des Aufbaugymnasiums weiter im Fernunterricht stattfinden.“

 

Nach einer ersten Eingewöhnung in die Schulumgebung steht das Corona-Schnelltestprogramm auf dem Stundenplan. Nachdem klar war, dass auch die Schüler der Schulen in freier Trägerschaft ein wöchentlich einmaliges Testangebot erhalten, wurden übers Wochenende die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Mit der Sachsenheimer Schlossapotheke als Partner konnte bereits in den zurückliegenden Wochen Testerfahrung mit den Mitarbeitern und Lehrern gesammelt werden. Doch für die neuen Dimensionen mussten auch überarbeitete Abläufe aufgestellt werden. In beinahe vier Stunden konnten die beiden Testteams der Schlossapotheke annähernd 170 Schnelltests durchführen. „Diese fielen zum Glück alle negativ aus“, teilt die Schule in einem Pressebericht mit. „Das beruhigt, ist aber nur eine Momentaufnahme.“ Daher gelte es weiterhin verantwortungsvoll mit den Lockerungen umzugehen. „Gerade als gebundene Ganztagesschule haben wir viele Familien, für die eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder wichtig ist. Deshalb machen wir Unterricht nach Plan, auch am Nachmittag. Sportunterricht ist nicht möglich, aber auf Wunsch der Eltern machen wir mit unseren Fünft- und Sechstklässlern Spaziergänge“, heißt es weiter. Außerdem hat die Schulküche geöffnet und so dürften es am ersten gemeinsamen Schultag von Ober- und Unterstufe schon mehr als 300 Mittagessen gewesen sein, die nach einem ausgeklügelten Schichtplan mit zwischenzeitlichem Tische wischen verzehrt wurden.

 

Für die Kursstufenschüler ist der Präsenzunterricht dagegen schon fast wieder Gewohnheit. Sie haben nun bereits in der dritten Woche Unterricht vor Ort. Alle großen Räume sind dem Oberstufenunterricht vorbehalten. Prüfungsfächer finden live am Lichtenstern-Gymnasium statt, die übrigen Fächer dagegen im Fernunterricht. Ein angepasster Stundenplan ermöglicht den reibungslosen Wechsel. Am Dienstag startete dann auch bei den Großen die Teststrategie. Schulleiter Reinhart Gronbach ist dankbar, dass diese Möglichkeit so zügig in der Schulturnhalle eingerichtet werden konnte. „Ich hoffe sehr, dass alle am Schulalltag Beteiligten die Schnelltests durchführen lassen. Eine lebendige Schule ist auf gegenseitige Rücksichtnahme angewiesen und die Tests bieten eine Möglichkeit, die gegenseitige Verantwortung und Fürsorge zu leben“, führt Reinhart Gronbach an und hofft dabei sehr auf Einsicht und Vernunft bei seinen Schülern und Eltern.

 

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