Pressemeldung

Pressebericht: Kontroverse Debatte über den Afghanistan-Einsatz (VKZ)

"Kontroverse Debatte über den Afghanistan-Einsatz"

Hauptmann David Matei, Jugendoffizier der Bundeswehr, diskutiert mit einer 10. Klasse des Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim.

 

in: Vaihinger Kreiszeitung vom 11. Dezember 2021

 

Seit über 60 Jahren versehen Männer und seit 20 Jahren auch Frauen den Dienst in den verschiedensten Bereichen der Bundeswehr. Nun besuchte Hauptmann David Matei das Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Fachlehrer Timo Schuh hatte den Jugendoffizier in den Gemeinschaftskundeunterricht der 10a eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern über den Afghanistan-Einsatz und andere Themen zu sprechen.

Hauptmann David Matei stellte zunächst seine Aufgabe und Funktion als Jugendoffizier vor, die in erster Linie darin bestehe, sicherheitspolitische Themen informativ und verständlich darzustellen. Zu Beginn der Stunde erfolgte eine kurze Diskussion über die aktuelle Flüchtlingsproblematik an der Grenze zwischen Polen und Belarus, in welcher die Schülerinnen und Schüler bereits ihr Interesse und ihre Kenntnisse an politischen Inhalten zeigen konnten.

Es folgte das Schwerpunktthema, zu dem Hauptmann David Matei eingeladen war. Zunächst präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen zum Afghanistan-Einsatz. Hierbei wurde bereits auf mehrere Probleme wie beispielsweise die fehlende Nachhaltigkeit des Einsatzes der Bundeswehr oder auch die Probleme für Frauen unter dem Regime der Taliban hingewiesen. Für Matei war dies die Vorlage für seinen Bericht. Er nahm die Klasse mit auf eine Zeitreise in die Geschichte Afghanistans, begann mit der politischen und gesellschaftlichen Situation in den 1980er-Jahren und gelangte über das Bundestagsmandat im Jahr 2001 zum Abzug im Jahr 2021.

Zum Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Meinungen zum Afghanistan-Einsatz äußern. Hierbei wurde durchaus kontrovers über den Sinn und den Wert des Einsatzes diskutiert. So vertrat eine Schülerin beispielsweise die Meinung, dass der Einsatz durchaus etwas Positives für die Bevölkerung Afghanistans bewirkt hätte, während ein anderer Schüler die Sinnhaftigkeit bezweifelte.

Eine wichtige Frage war, was die Bundeswehr aus diesem Einsatz für zukünftige Einsätze wie in Mali lernen könne. Hierbei war die Meinung eines Schülers, dass man länger in so einem Einsatz bleiben müsste, nämlich bis die Terroristen das Land verlassen hätten. Eine andere Meinung war, dass die Bundeswehr nicht zu abhängig von seinen Bündnispartnern sein dürfe, um selbst überhaupt in der Lage zu sein zu entscheiden, wann ein Einsatz beendet wird. Auch die fehlende Exit-Strategie war ein Thema der Diskussion.

Persönliche Fragen an Hauptmann David Matei schlossen sich an. „Insgesamt war der Besuch eine echte Bereicherung für den Gemeinschaftskundeunterricht", heißt es im Bericht. „Die Schülerinnen und Schüler spürten, dass Politik und sie selbst als Bürger und zukünftige Wähler Einfluss auf politische Entscheidungen haben und sie so die Geschicke Deutschlands aber durch Bundeswehreinsätze auch die Entwicklung in anderen Ländern indirekt mitgestalten."

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