Ein bunter musikalischer Melodienstrauß

50 Jahre „Hair“: Stimmung pur mit dem großen Chor und den Stücken aus dem Flower-Power-Musical unter der Leitung von Musiklehrerin Stephanie Müller. Foto: p

 

 

Vaihinger Kreiszeitung vom 26. Mai 2018

 

 

Frühjahrskonzert im Schulfoyer des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums

 

Im voll besetzten Schulfoyer gaben Musiker des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums mit ihren Lehrern ein beeindruckendes Frühjahrskonzert. Solistisch und im Ensemble traten Mittel- und Oberstufenschüler auf und begeisterten von der ersten Minute an.


Sachsenheim (p). Los ging es mit „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Musikdrama „Wie im Himmel“. Musiklehrerin Stephanie Müller hatte den Titel für das Schulorchester arrangiert und Klaus Ulmer setzte es mit seinen jugendlichen Künstlern trefflich um. Ihre Klasse an der Solo-Oboe bewies Clara Piro beim zweiten Stück des Abends. Typisch Ennio Morricone – so dachten sicher viele Zuhörer beim folgenden Titel. Die Neuntklässlerin trug gemeinsam mit dem Orchester „Gabriels Theme“ aus dem Film „The Mission“ vor. Das Orchester mit seinem zurückhaltenden Spiel und die solistisch-virtuose Oboenstimme harmonierten dabei trefflich.

 

„Heiligste Dreieinigkeit“ – Jonathan Wandel sang die Bassarie aus J.S. Bachs Kantate Nr. 172, gewohnt sicher begleitet am Flügel von Gesangslehrerin Barbara Horn. Doch der Erligheimer Abiturient kann auch weltlich. Mit Mozarts „Se vuol ballare“ aus der Hochzeit des Figaro unterstrich Wandel mit seinem zweiten Stück, welch anspruchsvolles Repertoire er dank jahrelanger Stimmbildung beherrscht. 

 

Sophia Sigrist als Pamina und Jonas Lay als Papageno entführten beim diesjährigen Frühjahrskonzert das Publikum noch einmal in die Opernwelt Mozarts. Aus der Zauberflöte führten die beiden das Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ auf. Das Stück schien den beiden wie auf den Leib geschnitten. Mit Gestik, Mimik und jugendlichem Gesang begeisterten sie das Publikum ebenso, wie bei den folgenden Liedern, die Jonas Lay solistisch vortrug. 

 

Bond-Spannung und Jackson-Fieber im Schulfoyer 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Traditionell gibt es am Lichtenstern-Gymnasium Klaviertalente, die sich über Jahre exzellent entwickeln. Amelie Basler mit Chopins „Nocturne b-moll op. 9,1“ und Julius Paul mit der „Arabesque Nr. 2“ des französischen Impressionisten Debussy zeigten ihr Können. Dabei ist vor allem Julius Paul hervorzuheben, der als Kontrabassist Mitglied der Jazz Crew ist und bei Bedarf auch im Orchester aufspielt.  

 

Einen gelungenen Auftritt legte der Musik-Profilkurs der Kursstufe eins unter Leitung von Stephanie Müller hin. Ein vielstimmiger Mädchenchor und ein blendend aufgelegter Nicolas Engelberg am Klavier brachten vor der Pause „Viva la vida“ der britischen Band Coldplay nach einem Arrangement von Mark Brymer sowie das Spiritual „Oh happy Day“ zur Aufführung. Danach wurde es pompös. Orchester und Jazz Crew sammelten sich auf der LGS-Bühne. Mit den „Themes from 007“ erfüllte Bond-Stimmung das Foyer.  

 

In seinem letzten Frühjahrskonzert entlockte Klaus Ulmer den beinahe 50 Schülermusikern einen Gänsehautsound, der die Zuhörer begeisterte. Auf Bond folgte der King of Pop. „Billie Jean“, „Beat it“, „Bad“ und „Thriller“ von Michael Jackson arrangierte Johnnie Vinson zu einem Medley, das in dieser großen Besetzung seinen ganz eigenen Reiz hatte. Unter Franz Preglers Leitung übernahm danach die Jazz Crew allein das musikalische Zepter. Gewohnt flott und gewohnt sicher spielte die LGS-Jazz-Combo den Jazz Standard „Odyssey“ von Sammy Nestico und „So very Hard to go“ von David Garibaldi.

 

Bei „What ist hip?“ wurde es richtig hip. Ein hoch engagierter Franz Pregler gab mit der Cow Bell den Takt vor und die Nachwuchsjazzer folgten. Big-Band-Sound mit solistischen Einwürfen machten Laune auf mehr. Noch mehr Musik gab es mit dem letzten fulminanten Auftritt. 50 Jahre „Hair“ waren Anlass für Stephanie Müller mit ihrem großen Chor zum Abschluss Stücke aus dem Flower-Power- und Anti-Kriegs-Musical „Hair“ aufzuführen. 

 

Sieht man die Augen, dann sind die Haare zu kurz

 

Vor allem die zahlreichen älteren Besucher wippten oder summten mit, als „Air“, „Aquarius“, „Three Five Zero – 3500“, „Hair“ und „Let the Sunshine in“ erklangen. Witzig, beißend im Spott und teilweise auch etwas verwirrend die Texte, die Schülerin Arriya Buch und Lehrerin Müller gerade auch den jüngeren Zuhörern nahebrachten. Getrübt wurde die Stimmung lediglich durch den nahenden Abschied. Zum letzten Mal waren die Abiturienten dabei, die mit ihrer Klasse das Frühjahrskonzert bereicherten und zum letzten Mal hob nach über 29 Jahren Musiklehrer Klaus Ulmer den Taktstock und dirigierte sein Orchester beim Frühjahrskonzert. Viel Beifall gab es am Ende eines abwechslungsreichen, kunterbunten und gelungenen Konzertabends, der Musikern und Publikum in bester Erinnerung bleiben wird.

Termine
Zur Vergrößerung Bild anklicken.